Termine im März
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Literaturtipp des Monats
Uwe Wichert, Redaktionsmitglied beim Bremer Weser Kurier, empfiehlt:
André Gorz: "Brief an D." Er schrieb diesen Text für seine Frau Dorin und begann mit den Zeilen "Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert". In dem kleinen Buch "Brief an D." blickt der große französische Denker André Gorz auf ihr gemeinsames Leben zurück, auf diese besondere Beziehung und ihre Jahre in Paris, dem damaligen Zentrum der Existentialisten. Seine Philosophie, die gesellschaftlichen Umbrüche und ihre Verbindungen zu Sartre werden eher nebenbei gestriffen, denn Gorz macht sich an die Rekonstruktion der Geschichte ihrer Liebe. Er versucht sich zu erklären, wie diese tiefe Zuneigung und Magie zwischen ihnen - dem jüdischen Österreicher und der jungen Britin - entstehen und über die Jahrzehnte konserviert werden konnte. Wie bei einem Puzzle sortiert er die Einzelteile ihrer Begegnungen und setzt sie Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammen. Der Leser schaut ihm fasziniert über die Schulter und versinkt mit dem Autor in einer bewegten Lebensgeschichte, die von aufopfender Gemeinsamkeit und bedingungsloser Liebe erzählt. Gorz schließt seinen hundertseitigen Brief, der eigentlich nie veröffentlicht werden sollte, mit den Worten "Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbingen möchten". Bei Dorin ist zu diesem Zeitpunkt schon der Krebs ausgebrochen, ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit. Kurz nach erscheinen des Buches endet auch ihre Geschichte, das Paar nimmt sich gemeinsam das Leben. Alleine wollte keiner der beiden zurückbleiben. Rotpunkt Verlag, Zürich 2007, 100 Seiten. € 15,00 Veranstaltungen am 11. März
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