Schomacker, Tim


Anwesend...
Anwesend...





WAR SCHON ...

KLANK

Hammerschmidt, Ogiermann, Schomacker, Wörmann: Filmmusik im Rahmen der Reihe "Not So Silent Movies"
Sonnabend, 3. Oktober 2009, 21 Uhr
Medien-Coop, Lagerhaus, Schildstraße 12-19


ÜBERALL YAHOOS!
Beiträge zur Anatomie menschlicher Größe
Lesung und Gespräch. Mit Peter Abromeit und Tim Schomacker
Im Rahmen von Work in Progress: Im Steinbruch der Literatur
Mittwoch, 7. Oktober
19 Uhr
Krimibibliothek der Stadtbibliothek Bremen, Am Wall 201, Bremen


DAS UNVOLLENDETE IST UNERTRÄGLICH
Textfragmente und fragmentierte Musik
KLANK w/ Peter Abromeit (Konzeption, Stimme)
Donnerstag, 22. Oktober
20 Uhr
Städtische Galerie Delmenhorst, Fischstraße 30, Delmenhorst


KLANKw/ Ben Gwilliam


Kompromisslose Konzertanz
Im Rahmen des MIBNIGHT Jazzfestival 2009
Freitag, 30. Oktober 2009
20.45 Uhr
Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112


VARIATIONEN ÜBER B-U-C-H
Sprechaktionen und Papiermusiken
Mit Peter Abromeit, Jürgen Dierking, Reinhart Hammerschmidt, Janine Lancker, Christoph Ogiermann, Tim Schomacker, Hainer Wörmann
Zur Eröffnung von »Deutschland liest!«
Freitag, 6. November 2009
19 Uhr
Stadtbibliothek, Wallsaal, Am Wall 20


RESONANZ / KÖRPER


Situative Quartett-Musik
Mit KLANK, dem Quartett Klangperformance und dem Improvisationstheater Lassie hol Hilfe
Sonntag, 14. Juni
19 Uhr
Atelier Klangwerk, Louis-Krages-Straße 26, Bremen


GROSSES LERNEN
Konzertperformance nach Cornelius Cardew
Written, Conceived, Arranged, Performed by KLANK
12. / 13. Mai 2009
Spedition an Güterbahnhof



VARIATIONEN ÜBER B-U-C-H
Sprechaktionen und Papiermusiken
Mit Peter Abromeit, Jürgen Dierking, Johannes Feest, Reinhart Hammerschmidt, Janine Lancker, Christoph Ogiermann, Tim Schomacker, Hainer Wörmann
Zum »Welttag des Buches«
Mittwoch, 22. April 2009
20 Uhr
Stadtbibliothek, Wallsaal, Am Wall 201



VERSTÜRZTE SCHLOTE


Der Bremer Autor Peter Abromeit und KLANK präsentieren Fundstücke aus dem musikalisch-indurstrielle Komplex.
Im Rahmen des Miniaturen-Festivals
Freitag, 16. Januar 2009
18 Uhr
Kontorhaus, Schildstraße 21



KLANK- Musik durch bratende Aepfel


Hammerschmidt, Ogiermann, Schomacker, Wörmann: Raummusik für Streichquartetttorso, expandierende elektrische Gitarre und Sachen.
Mittwoch, 8. April 2009
20 Uhr
Altes Fundamt, Auf der Kuhlen 1a



KLANK
Hammerschmidt, Ogiermann, Schomacker, Wörmann: Raummusik für Streichquartetttorso, expandierende elektrische Gitarre und Sachen.
Im Rahmen des Miniaturen-Festivals
Sonnabend, 17. Januar 2009
18 Uhr
Kontorhaus, Schildstraße 21



DIE NUDELN OK
Leseperformance nach Raymond Federman
Mit Peter Abromeit und Tim Schomacker
Musik: Reinhart Hammerschmidt, Kontrabass
Küche: Thomas Vestweber
Donnerstag, 23. Oktober
20 Uhr
dreijahre, Fehrfeld 58/59



NAHARIYA / SCALE MODEL
Lesung mit Benjamin Lauterbach und Tim Schomacker
Donnerstag, 25. September
20 Uhr
secondlife.com / Literaturhaus dagny



KLANK
Konzert
Mit Reinhart Hammerschmidt (Kontrabass), Christoph Ogiermann (Violine), Tim Schomacker (Perkussion) und Hainer Wörmann (Gitarre)
Dienstag, 9. September
20 Uhr
Altes Fundamt, Auf der Kuhlen 1a


DENNIS WHEELER: DADIVIDISCHES TAGEBUCH
Lesung mit Tim Schomacker
Musik: Reinhart Hammerschmidt, Vioda
Mittwoch, 2. Juli
19 Uhr
Architekturladen, Carl-Ronning-Straße 9



SICHER SEIN ODER SON REALISTE
REM Konzert 58
Mit Elektronikstücken von Georg Bönn, Francois-Bernard Maché, Alain Savouret
Klangregie: Lilian von Haußen
Max E. Keller: Sicher sein...
Sprecherin: Gabriela Maria Schmeide
Sowie Ultra-Red: Second Nature, ausgewählt und mit Kommentaren versehen von Tim Schomacker
Donnerstag, 26. Juni
20 Uhr
GAK, Teerhof 21



KLANK
Konzert im Rahmen von »Improvisationen XXL«
Mit Reinhart Hammerschmidt, Christoph Ogiermann, Tim Schomacker und Hainer Wörmann
Freitag, 13. Juni
19.30 Uhr
Café grün, Fedelhören 73



karlmahrer Vol. I
karlmahrer Vol. I
Kleine Weltgeschichten
E-Book (Herbst 2009)




Das geheime Museum
Das geheime Museum
Erzählungen
In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Thomas Vestweber
(Frühjahr 2011)




Masada oder Die Geschichte des Blumenhändlers
Masada oder Die Geschichte des Blumenhändlers
Roman... kind of
(Winter 2011)



Busy Being Born
Busy Being Born
Ästhetische Positionen und »jüdische Identität«
Bilder, Texte und Sounds in Amerika 1980 bis 2000
Essay
(Winter 2012)




Zu: »Doom & Gloom. Early Songs of Angst and Disaster« (Trikont)
Zu: »Doom & Gloom. Early Songs of Angst and Disaster« (Trikont)
erschienen in: konkret 10/2007


Zu leugnen, daß das Übel existiert, ist im Übrigen ein sehr bequemes Mittel, den Urheber des Übels zu entschuldigen.
Jean-Jacques Rousseau


"I heard a crash on the highway / but I didn't hear nobody pray", singt Roy Acuff. Der erste verbriefte Superstar des - imVergleich zu der einen oder anderen musikalischen Form darin - noch jungen Country-Systems. Geboren wurde Acuff 1903 in Maynardville, Tennessee. Jenem Ort, an dem Jahre später der "Mountain Boy" mit einer Wagenladung geschmuggelten Alkohols vorbeirasen sollte in Robert Mitchums Prohibitionsballade von der "Thunder Road". Auch diese Fahrt endet im Crash: "The law they swore they get him / but the Devil got him first". Vorsehung und Bewegung, göttlicher Trost und menschliches Schicksal. Beharrlich nistet religiöse Motivik in den 24 musikalischen Reflexionen über kleine und große Katastrophen auf der Trikont-Zusammenstellung "Doom & Gloom". Mitchums "Ballad of Thunder Road", erstmals 1957 eingespielt, allerdings kam zu spät. Kompilator Christoph Wagner terminiert seine "Early Songs of Angst and Disaster" zwischen 1927 und 1945.
Zurück also zu Acuff. Er verfehlte eine Baseball-Karriere nur knapp, schrieb Songs, und zwar so erfolgreich, dass die Legende besagt, japanische Soldaten seien "To hell with Roy Acuff!" brüllend in manchen pazifischen Nahkampf gezogen. WWII oder "That Crazy War", wie Lulu Belle & Scotty 1940 singen, ist das eine Themenfeld der Untergangsszenarios nach den Spielregeln von Ragtime, Blues, Hillbilly und Bluegrass. Am anderen Ende Fluten und Feuersbrünste wie in Big Bill Broonzys "Southern Flood" oder "School House Fire" von den Dixon Brothers. Auf halber Strecke: Autounfälle wie in Acuffs "Wreck on the Highway". Ich habe den Crash auf der Landstraße gehört, aber beten hörte ich niemanden. Warum erwartet das singende "Ich" aus Tennessee, auf das Gebet? Und warum bleibt es aus? Diese hervorgehobene Leerstelle markiert möglicherweise einen neuralgischen Punkt in der Mobilisierung und Modernisierung Nordamerikas: Die Brüchigkeit eines emotional-spirituellen Ordnungsprinzips. Nicht zufällig bemüht dieser Song - obzwar 1942 in der Bildindustriestadt Hollywood eingespielt, knapp ein Jahr nach Pearl Harbour und also mitten in WWII - nicht den urbanen Sound seiner Zeit, sondern gezielt (und weil Acuffs vokalistischer Twang eben zu den Geburtstönen von Nashville gehörte) den ländlichen Tonfall des religiösen Südens und Südostens.
Nicht Kirchenmusik (obwohl Musiker wie der Texaner 'Blind' Willie Johnson auch bei Gottesdiensten spielten), sondern Radio. Die zahlreichen Lieder über den Untergang der Titanic, über Flutkatastrophen und wütende Wirbelstürme werden nicht nur im Rundfunk gespielt - sie sind selber Radio. Nachrichtensendung und Feature, Kurzhörspiel und Lebenshilfemagazin: Emotionales Katastrophen-Management nicht unähnlich einer Bach-Kantate. "Ich hatte viel Bekümmernis". Denn weder die SängerInnen noch jene, die von Angst und Desaster hörten, waren dem katastrophischen Ereignis notwendig räumlich und zeitlich nah. "Der moderne Mensch", schreibt Wagner begleitend, "entkoppelt von Religion und Tradition, war damit ganz auf sich und sein inneres Selbst gestellt, eine Autonomie, die er wohl mit einem größeren Maße an Furcht, Isolation und Vereinzelung bezahlte. Kein Gott und kein Schutzengel hielten mehr ihre schützende Hand über ihn. Dazu kam ein Gefühl der Last und Bürde, weil die Wirklichkeit keinen anderen Sinn mehr hatte als den, den man ihr selber gab".
Zwischen Vorsehung und Versicherung erzählt das Südstaaten-Radio also jene Geschichte noch einmal, die die Alte Welt gut 150 Jahre zuvor am Beispiel des Erdbebens in Lissabon durchgespielt hatte. Wie Voltaires "Poème sur le désastre de Lisbonne" oder Kleist "Erdbeben in Chili". Auch Rousseau "didn't hear nobody pray" als er über die Urheber des Übels räsonierte. Und den doch Betenden ihr Beharren auf der göttlichen Vorsehung vorhielt, wie sie der für die Theodizee-Debatten wichtigen Pope-Satz "Was uns hier übel lautend scheint, ist eine wahre Harmonie" noch einmal orchestrierte. Sie hätten besser auf urbane statt auf göttliche Planspiele vertraut, sagt Roussseau. Eine Überlegung, die (siehe Tsunami et. al.) bis heute nachhallt. Auch wenn göttliche und technokratische Prinzipien ihre Rollen getauscht haben.
Es sind die großen (oder zumindest die prominenten) Katastrophen einer technisch hochgerüsteten Moderne, deren Bruchlinien viele Songs auf "Doom & Gloom" nachzeichnen. Hingerissen vor Erhabenheit als die Hindenburg über Lakehurst verglüht. Mit der Bibel statt der Versicherungspolice in der Hand wenn der Untergang der Titanic in brüchiger Uptempo-Nummer rearrangiert wird: "But the Lord's almighty hand knew that the ship would never stand" heißt es in "It Was Sad When The Great Ship Went Down", beinahe Tom Waits-like dargeboten von William und Versey Smith. Auch Hiroshima konnten Karl & Harty nur mit Rückgriffen auf das christliche Bildrepertoire betrachten. Die "Japs" (die vorher noch Acuff in die Hölle hatten schicken wollen) "must have thought it was their jugment day" als die Bombe fiel, als "the answer to our fighting boys' prayers". Was gerade die WWII-Songs auf "Doom & Gloom" nicht nur musikalisch, sondern als historische Dokumente interessant macht, ist die Engführung von Verwurzelung in einer oft tiefreligiösen mündlichen Erzähl- und Musik-Tradition einerseits und einer faszinierten Zeitgenossenschaft mit den Ingenieur-Leistungen.
Noch einmal zurück zur gesanglichen Betrachtung des Autowracks am Straßenrand. Acuff und andere fügen amerikanischen Foto-Blicken eine akustische Ebene hinzu. Und sprechen die Worte Gott und Gebet wieder aus, die aus den Bildern verschwunden waren, eingetauscht für eine zwar erhabene, aber doch illusionslose (und damit eben auch trostfreie) Betrachtung der Welt. 1931 nahm Walker Evans ein Bild der Hauptstraße von Saratoga Springs auf. Die Dächer einer langen Reihe pechschwarzer Automobile, zumeist T-Modelle aus Henry Fords Produktion, glänzen im Regen. Wie Leichenwagen steht die Serie der Role Models für Standardisierung und individuelle Freiheit zugleich da. Evans fotographischer Blick verlängert nicht nur das Fließband in die Kleinstädte - sondern auch (wie Edward Westons skulpturengleiches "Wrecked Car" oder Weegees bizarr-schöne Unfallwagen) in Richtung eines Versprechens von Automobilität, welches die Möglichkeit des desaströsen Ereignisses stets in sich trägt. Und auch der musikalischen Reaktion darauf.



"20 Years After."
"20 Years After."
Ortsbegehungen und Autorenbegegnungen
Der Podcast - akustische Begleiterscheinungen zur Literarischen Woche Bremen in 10 Ausgaben.
Redaktion: Tim Schomacker (kulturg.u.t)

Mit einem eigenen Podcast präsentiert die Literarische Woche Bremen, entlang des Themenspektrums der »Mauerfälle«, Orte und Autoren, Texte und Zeitläufe in einem radiophonen Format. Hören Sie exklusive Stadtspaziergänge und Autorenbegegnungen, literarische Miniaturen und prägnante Positionen zu 20 Jahren nach der Wiedervereinigung.
Beiträge zu und Gespräche u.a. mit Elisabeth Raether, Johannes Jansen, Oliver Holwedel, Jana Hensel, Ines Geipel, Daniel Garcia Andújar, Jan Böttcher, Ulrike Draesner.

Den Podcast finden Sie unter www.literarische-woche.de.



Ein Projekt von kulturg.u.t im Auftrag der
Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung.

kulturg.u.t ist eine radiophile Formatentwicklungswerkstatt im Kunst- und Künstlerhaus Schwankhalle.




  Schomacker, Tim
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28205  Bremen

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Literaturhaus Bremen